Die Widmark-Formel
Dieser Rechner nutzt die Widmark-Formel, ein gut belegtes Verfahren zur Schätzung des Blutalkohols, das der schwedische Mediziner Erik Widmark in den 1930er-Jahren entwickelt hat. Sie ist bis heute der übliche Ansatz in der forensischen Toxikologie.
Die Formel rechnet mit der Menge reinen Alkohols (ein Standardgetränk enthält etwa 14 Gramm), deinem Körpergewicht, einem geschlechtsabhängigen Verteilungsfaktor (dem Widmark-Faktor r: 0.68 für Männer, 0.55 für Frauen) und der vergangenen Zeit, in der deine Leber Alkohol mit rund 0.015 % BAC pro Stunde abbaut.
Das Ergebnis ist eine Schätzung. Der echte Wert hängt von vielen persönlichen Dingen ab, die diese Formel nicht erfassen kann — geh im Zweifel immer von der vorsichtigeren Zahl aus.
Was den Wert außer den Drinks beeinflusst
Essen: Auf leeren Magen zu trinken kann einen bis zu dreimal höheren Wert ergeben als nach einer vollen Mahlzeit. Essen verzögert die Magenentleerung und gibt deiner Leber mehr Zeit, den Alkohol zu verarbeiten, bevor er ins Blut gelangt.
Medikamente: Viele gängige Mittel — darunter Antihistaminika, Antidepressiva, Schmerzmittel und Antibiotika — können die Wirkung von Alkohol verstärken oder seinen Abbau bremsen. Prüf immer die Wechselwirkungen.
Flüssigkeit: Austrocknung konzentriert den Alkohol im Blut. Alkoholische Drinks mit Wasser abzuwechseln kann die Aufnahme bremsen und den Spitzenwert senken.
Gewöhnung ist nicht der Wert: Wer regelmäßig trinkt, fühlt sich womöglich weniger beeinträchtigt, hat aber genauso hohe Werte. Gewöhnung ändert, wie betrunken du dich fühlst, nicht, wie betrunken du bist. Das ist einer der gefährlichsten Irrtümer über Alkohol. Es gilt auch andersherum: Die Anpassung lässt nach, wenn das Trinken aufhört — deshalb merken Leute, die einen Monat pausieren, etwa im Sober October, dass dieselben zwei Drinks im November härter ankommen. Wenn du diese Tage zählst, statt eine Zahl zu schätzen: der Nüchternheitszähler zählt sie ab dem Datum deines letzten Drinks.
Körperbau: Muskelgewebe enthält mehr Wasser als Fettgewebe. Bei gleichem Gewicht kommt jemand mit mehr Muskelmasse in der Regel auf einen niedrigeren Wert, weil Alkohol sich im Körperwasser verteilt.
Blutalkohol und Autofahren
In den USA liegt die Grenze für Fahrer ab 21 Jahren in allen 50 Bundesstaaten bei 0.08 % BAC. Für Berufskraftfahrer sind es 0.04 %, und für Fahrer unter 21 gilt in den meisten Staaten null Toleranz (0.00–0.02 %).
Die Grenzen anderer Länder gehen weit auseinander. Viele europäische Länder setzen 0.05 % an (in Deutschland 0,5 Promille), während Schweden, Polen und Norwegen 0.02 % nutzen. Einige Länder — darunter Tschechien, Ungarn und mehrere Staaten im Nahen Osten — erlauben strikt 0.00 %.
Die Beeinträchtigung beginnt deutlich unter der gesetzlichen Grenze. Studien zeigen, dass Reaktionszeit und geteilte Aufmerksamkeit schon ab 0.02 % messbar schlechter sind. Bei 0.05 % ist das Unfallrisiko rund doppelt so hoch wie bei einem nüchternen Fahrer.
Die sicherste Entscheidung ist immer, nach dem Trinken nicht zu fahren. Nimm ein Taxi, einen Fahrdienst oder jemanden, der nüchtern bleibt. Keine Schätzung kann dir garantieren, dass du fahren kannst. Das gilt auch am nächsten Tag, und dort verrechnen sich die meisten — der Rechner für den Morgen danach führt dieselbe Rechnung ab der Stunde weiter, in der du aufgehört hast, und druckt sie als Uhrzeit statt als Countdown.